Eine liebevolle einfühlsame Huldigung an Antonin Dvorak und seine Komponistenfreunde

Zu Begeisterungsstürmen rissen der tschechische Geiger Pavel Burdych und die slowakische Pianistin Zuzana Berešová, vereint als "Tschechoslowakisches Kammerduo", die Konzertbesucher hin, die der Einladung des Kunstvereins Creglingen gefolgt waren und sich sich im Saal des Romschlössles eingefunden hatten. Vielleicht muss man Tscheche oder Slowakin sein, um sich so in die Werke von Dvorak, Smetana und Suk einfühlen zu können wie die beiden Musiker es an diesem Abend vorführten; so kraftvoll, dynamisch, spannungsgeladen und mitreißend hatte noch kein Besucher die Werke dieser ihrem Land in ihren Kompositionen so eng verbundenen Tondichter gehört. Furiose Sätze mit eingängigen fast sangbaren Hauptmotiven, lyrische Passagen und dramatische Gegenbewegungen prägten in klassisch kammermusikalischen Sonaten und Sonatinen den ersten Teil des Abends. Die Intensität, mit der Burdych die Saiten seiner Geige bearbeitete, stand dabei dem energischen und ausdrucksstarken Klavierspiel von Berešová in nichts nach. Beide Körper verschmolzen mit ihren jeweiligen Instrumenten und dem des Gegenübers zu einer künstlerischen Einheit, die sinnenfällig wurde im Gehör und für das Auge. "Aus der Heimat" waren liedhafte Motive von Smetana zu hören, immer wieder unterbrochen von beschwingten Teilen, die sehr an den Volkstanz erinnerten. Schwebend schwelgerisches Märchen von Josef Suk, großes musikalisches Theater von Brahms oder an Zigeunermusik gemahnende ungarische Tänze - die schwungvoll-feurige, doch stets der Stimmung angemessene Interpretation meisterten die beiden Künstler mit großer Bravour. Mit lang anhaltendem Applaus, nicht nur am Schluss, bedankte sich das Publikum und wurde in der letzten Zugabe mit dem Ohrwurm der Humoreske beschenkt.

Karlheinz Hofheinz, Quelle: Fränkische Nachrichten