Bei intimer Kammermusik scheiden sich die Geister.

Pavel Burdych und Zuzana Beresová sind Virtuosen auf ihren Instrumenten. Die zu hörende hohe Qualität ihres Zusammenspiels als Duo erlebten die Gäste beim Kammerkonzert in der Thalbürgeler Klosterkirche. Wer weit genug vorne saß, hatte den Vorteil zu sehen, wie sich die beiden Künstler durch Blickverbindung bestens verständigten. Das Programm war zweigeteilt. Im ersten Abschnitt erklangen Antonin Dvoráks F-Dur-Sonate op. 57 für Violine und Klavier. In den drei unterschiedlichen Sätzen kam romantische Gefühlswelt in Verbindung mit böhmischer Musikantenart zum Ausdruck. Beim Geiger erschien die Körpersprache ein wenig zu vordergründig. Seine Tongebung klang beherrscht und sorgfältig ausgefeilt im Ausdruck. Die Pianistin spielte so, wie man es in guter Partnerschaft erwartet: zurückhaltend, wenn das Hauptthema von der Violine geboten wurde und vordergründiger, wenn sie die Führung zu übernehmen hatte. So erklang die Wiedergabe der kantablen Musik in allen Tonlagen harmonisch und in schöner Durchsichtigkeit bei jedem Instrument. Im letzten Satz ging es mit kräftigen Klängen zur Sache. Auch darin waren sie sich bei dem Rondo-Thema einig. Leos Janáceks "Dumka" ist vom Gebrauch der musikalischen Mittel her zwar tonal moderner, aber stets melodiegebunden. In der musikalischen Ballade ist eine musikalische Geschichte enthalten, die sich im Dialog zwischen beiden Instrumenten gut erzählen lässt. Im zweiten Abschnitt erklangen einsätzige Bearbeitungen von bekannten Komponisten. Smetana, Tschaikowski und Brahms waren dabei." - "Bei intimer Kammermusik scheiden sich die Geister.

Karl Müller Schmied - Quelle: Ostthüringer Zeitung